Sie helfen buchstäblich Tag und Nacht. Und das seit 147 Jahren. Doch abgesehen vom Jahr des Jahrhunderthochwassers 2002 gab's noch nie so viele Einsätze wie 2010: 303-mal wurde Menschen in Not geholfen. Landkreisweite Spitzenleistung! Dass dies wiederum eine umfangreiche Aus- und Fortbildung in den Bereichen Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung (Unfallrettung) und Gefahrgut-Beseitigung bedeutet, machte Kommandant Christian Scheuer in seiner eindrucksvollen Bilanz Dienstagabend im Gasthaus Fellner deutlich. Das Fazit seines Jahresberichts: 11436 unentgeltlich geleistete Ehrenamtsstunden.
Alle 1,2 Tage ein Alarm
Allein im Vergleich zum Vorjahr ergab sein Rückblick zu Beginn der Jahresversammlung ein Plus von 23 Einsätzen. Im Schnitt bedeutete dies alle 1,2 Tage einen Alarm für die knapp 60 Aktiven. Die Zahl gliedert sich auf in 29 Brände, 194 Technische Hilfeleistungen, 20 Sicherheitswachen und 25 sonstige Tätigkeiten. Hinzu kommen noch 35 Fehlalarmierungen. Dies sind zwar 19 weniger als im vergangenen Jahr, "dennoch eine ganz gehörige Zahl", betonte Scheuer. Wie weit die Stadtwehr auch bei Einsätzen im Landkreis unterwegs war, belegte er mit den 31332 gefahrenen Kilometern, "fast doppelt so viel wie 2009". Zusammenfassend betonte Scheuer, dass das letzte Jahr eigentlich das Rekordjahr darstellte, denn nur 2002 hatte die FFW Stadt Furth im Wald 355 Einsätze mehr zu meistern. Jedoch kam diese Zahl auch durch die vielen Hilfeleistungen im Rahmen des Jahrhunderthochwassers zusammen.
Das breite Spektrum an Einsätzen erforderte eine ständige Fortbildung. So trainierte man mit dem gesamten Gefahrgutzug bei Wacker Chemie Burghausen einen Tag lang den Umgang mit havarierten Giftstoffen. Ein Höhepunkt war zudem die Großübung im Deschlberg-Tunnel, bei der erstmals die neuen Langzeitatmer zum Einsatz kamen und die vor allem die Atemschutz-Geräteträger extrem forderte. Neu angeschafft wurde ein gebrauchtes Boot von der Feuerwehr Tegernsee für mögliche Einsätze auf dem Drachensee, wobei Scheuer ganz klar betonte: "Das soll keine Konkurrenz zur DLRG sein. Bei uns geht es nicht um Menschenrettung, sondern um Gewässerschutz."
Weitere Besonderheiten des Jahres waren die Verleihung des LaVita-Preises und des Rescu-Preises in Folge einer fünffachen Menschenrettung aus einem brennenden Haus. Wer auch noch weiß, dass die Stadtwehr das Jahr über 70 Atemschutz-Geräteträger für Feuerwehren im Landkreis ausgebildet, 529 weiteren ein Training in der Übungsstrecke ermöglicht hat, versteht Scheuers Fazit: "Es gibt wohl wenige Organisationen, die im Ehrenamt mit einer solch massiven Präsenz aufwarten wie wir."
Neues HLF 20/16 geplant
In seinem Ausblick informierte der Kommandant über die geplante, voraussichtlich sehr hoch geförderte Neubeschaffung des HLF 20/16-Einsatzfahrzeugs, aber auch über den Neubau der Feuerwache (siehe separaten Teil). Über die Jugendarbeit informierte Daniel Lechat. Im zweiwöchigen Rhythmus werden Kinder und Jugendliche ab acht Jahren an den Feuerwehrdienst herangeführt, wobei auch der Spaß (Nachtwanderung, Bootsfahrt etc.) nicht zu kurz kommt.
"Große Anerkennung im Namen der Bürgerschaft" sprach Bürgermeister Müller der Stadtwehr für diese Bilanz aus. Die Zahlen seien beeindruckend. Die Arbeit der Feuerwehr betrachtet das Stadtoberhaupt als unverzichtbaren Bestandteil des Rettungswesens. "Man lebt die Feuerwehr hier", konstatierte Johannes Müller und versprach eine Spende in Höhe von 500 Euro aus dem Sparkassen-Fonds für die Jugendarbeit.
"Kompetent, zuverlässig, zukunftsweisend - auf diesen drei Säulen steht die Feuerwehr Stadt Furth im Wald", lobte Kreisbrandrat Johann Weber. Für die Wehren im Landkreis sei die FFW Furth eine große Unterstützung. Er ließ auch wissen, dass die Grenzstädter die meisten Einsätze im Landkreis meistern. Hinzu komme die überregionale Unterstützung im Bereich Atemschutz. Webers Fazit: "Die Further Feuerwehr steht immer zur Seite, wenn man sie braucht."
Ähnlich Kreisbrandinspektor Bierl, der ebenfalls von einer beeindruckenden Bilanz sprach. Die Further Wehr sei bei einem Gros der 816 Einsätze im Inspektionsbereich Furth im Wald/Hohenbogenwinkel gefordert. Einen zuverlässigen, kompetenten Partner sieht zudem Polizeirat Manfred Brückl in der Stadtwehr. Im Namen seiner Kollegen der Polizei-Inspektion Furth im Wald wünschte er allen Feuerwehrmännern: "Dass ihr immer unfallfrei und gesund von den Einsätzen nach Hause kehrt!"
Als Kassenrevisoren wurden Johann Gruber und Dietmar Hastreiter wieder im Amt bestätigt (Bild).
Text & Bild: Thomas Linsmeier, Chamer Zeitung