Jahreshauptversammlung 2011: "Zum Neubau der Feuerwache keine Alternative"

Datum: 
01.03.2011 - 19:01

303-mal half die Further Feuerwehr Menschen in Not. Doch nun brauchen die Feuerwehrmänner selbst Hilfe. Und das dringend. Grund: Ihre 38 Jahre alte Feuerwache an der Von-Müller-Straße gleicht einer Bauruine. Enge, "Sturzbäche" an den Wänden bei heftigem Regen, Gefährdung der Einsätzkräfte ­- das ist nur ein Teil der Mängel. Damit die Feuerwehr ihre vielen Aufgaben noch erfüllen kann, besteht dringender Handlungsbedarf ­ in Form eines Neubaus der Feuerwache.
Denn dazu gibt es offensichtlich keine Alternative. In den vergangenen Jahren haben laut Christian Scheuer viele Gespräche stattgefunden, um die Problematik in der Von-Müller-Straße in den Griff zu bekommen. Dabei kamen auch Baufachleute zu der Meinung, dass eine Sanierung des Gebäudekomplexes aus den 1970er Jahren unwirtschaftlich wäre. Denn die Bausubstanz sei schlecht, die Liste der Mängel lang.
Als Beispiele nannte Scheuer das "total undichte Dach", die "katastrophale" energetische Situation, die alljährlich hohe Heizkosten verursache, oder auch die nur sieben Stellplätze für elf Fahrzeuge und drei Anhänger. "Es ist alles einfach nur noch Schrott", brachte er es auf den Punkt. Hinzu kommt die dringend erforderliche Modernisierung der Atemschutz-Pflegestelle des Landkreises, die ebenfalls in der Feuerwache untergebracht ist. "Das Thema Arbeitsstättenverordnung dort brauch' ich erst gar nicht zu beleuchten. Wir produzieren in der Atemschutz-Pflegestelle die Leistung und Sicherheit für 77 Feuerwehren im Landkreis Cham", mahnte der Kommandant.
Ein Neubau sei auch aus Sicht der Förderhöhe interessant, denn: Gemäß der bayerischen Richtlinien gibt es für die Sanierung von Feuerwehr-Gerätehäusern nur eine minimale Unterstützung, für neue dagegen deutlich höhere. Zudem spreche gegen den bisherigen Standort eine Reihe von Punkten, unter anderem die Lärmbelästigung im Wohngebiet oder auch die Frage, wo die Feuerwehr während der Sanierung der Wache untergebracht werden kann, um die vielen Einsätze meistern zu können. Für einen neuen Standort spreche einfaches, günstiges Bauen und auch noch der Verkauf des Altobjekts samt anteiliger TV-Halle an der Von-Müller-Straße.
Nun gelte es, die Grundsatzplanung auf den Weg zu bringen. Es soll ein Arbeitskreis in Kooperation mit der Stadt sowie allen wichtigen Behörden gebildet werden, um für die Feuerwache ein zukunftssicheres Konzept für die nächsten fünf Jahrzehnte aufzustellen. Scheuer: "303 Einsätze und 11436 Stunden Ehrenamt rechtfertigen dies, auch angesichts der ganzen Probleme, die die Stadt derzeit belasten."
Dies sieht auch Bürgermeister Müller so, der von einer "großen Herausforderung, aber auch absolut notwendigen Maßnahme" sprach. "Da gibt es kein Zurück mehr. Wir müssen alles dransetzen, in diesem Jahr noch in die Gänge zu kommen."
"Wir stehen vor einer großen Herausforderung", mahnte auch Kreisbrandrat Weber, denn die Further Feuerwache weise seit Jahren enorme Defizite auf. Die Gründe, die gegen eine Sanierung sprechen, bezeichnete er als "dominant". Weber appellierte an alle Entscheidungsträger, dieses Vohaben "maximal zu unterstützen", um das Projekt auf die Reihe zu bekommen und damit auch weiterhin die Sicherheit der Bürger gewährleisten zu können. "Ich glaube, unser Ehrenamt hat es schwer genug in der heutigen Zeit", so Weber, weshalb die Unterstützung einer Feuerwehr, die so vieles leistet wie die Further, eigentlich selbstverständlich sein sollte. 

Text: Thomas Linsmeier, Chamer Zeitung